(vom 28.7.-31.7.1939)
Obwohl der Führer mehrhundertjährige Ortsjubiläumsfeiern verboten hatte, da er weitere kritische Äußerungen insbes. „seitens des Auslands“ zur historischen Überlegenheit deutscher Städte vermeiden wollte, mussten die Nazis dem Druck der Bevölkerung, sich selbst „zur Stärkung ihres Zusammengehörigkeitsgefühls wie auch als Ventil zur Verdrängung der immer stärker werdenden Kriegsgefahr feiern zu wollen“, nachgeben. Bei 27°C begeisterte ein dichtes Programm mit einer Vielzahl von Ansprachen, Festkonzerten, Sport- und Gesangsdarbietungen sowie Volkstänzen die Besucher. Ortsgeschichtlich prägende Personen und traditionelle Handwerksberufe in historischer Kostümierung formierten den Festumzug, stets flankiert von uniformierten Gliederungen der NSDAP-Ortsgruppe, Hitler-Jugend und des BDM, die die Oberhoheit beanspruchten und das Dargebotene im Sinne der Verbundenheit mit der neuen Zeit und ihrem Führer interpretierten. Auf dem abschließenden „Holkskenball“ sollen sich gar 40.000 Besucher (bei ca. 13.000 Einwohnern) eingefunden haben.
Genau einen Monat nach den Tausendjahrfeierlichkeiten in Schildesche entfachte Deutschland mit dem Überfall auf Polen am 1. September den II. Weltkrieg.
Kosten: 5,00 € Mitglieder | 7,50 € Nichtmitglieder
Referent: Herr Seibt
Di., 14.04.2026, 18.00 Uhr im Gemeindesaal der Stiftskirche
Bild: Sammlung Dr. Hawerkamp